Stille Stimmen

von Ute Seitz | MACH-Kino | Sa., 7. Juli um 21.15 Uhr | MACH-Festival 2018


Nicoleta hat seit über 20 Jahren kein Wort mehr gesprochen. Seit sie mit 13 etwas erlebt hat, das ihr das
Sprechen nahm, verständigt sie sich über Gestiken und Mimiken. Irgendwann hat Nicoleta dann angefangen aufzuschreiben, was sie ihrem Gegenüber mitteilen will. Und sie schreibt Gedichte, Erzählungen undRomane, denn die Sprache wurde ihr nicht genommen.

Immer sprechen können – das möchte Simone. Sie kann sich nur in vertrautem Umfeld wirklich frei
bewegen und sprechen, eigentlich sogar nur, wenn sie alleine mit ihrer Familie ist. Oder wenn sie eines der Videos für ihren Youtube-Kanal über Selektiven Mutismus aufnimmt. Dann ist sie in einer Rolle, das hilft ihr.

Wenn Simone auf der Bühne steht, fühlt sie sich frei, kann sprechen, singen, tanzen, lachen.
Der Dokumentarfilm STILLE STIMMEN begleitet Nicoleta im Alltag und gibt durch gemeinsam visualisierte Textauszüge einen Einblick in ihr kreatives Schaffen. Von Simones Leben wird in einer eigens gedrehtenTanzperformance und Videos aus ihrem Youtubekanal erzählt. So spürt der Film ganz persönlichen, aber auch gesellschaftlichen Bedeutungen des (Nicht-)Sprechens aus dem Blickwinkel der Protagonistinnen nach.